Der SC Olympia Lorsch wurde am 25. Juni 1907 im Lokal „Zur Klosterschenke“ zunächst als FC Lorsch 1907 gegründet. 1911 erfolgte die Aufnahme in den Verband Süddeutscher Fußballvereine und gleichzeitig die Umbenennung in Sportclub Olympia 1907 . Gerade in den 20er Jahren errang die Olympia weit über die Stadtgrenzen hinaus eine ungeahnte Popularität. Jagten die Akteure des Vereins zunächst auf verschiedenen Wiesen in der damaligen Gemeinde Lorsch dem runden Leder nach, so entstand nach dem ersten Weltkrieg an der Heppenheimer Straße gegenüber des heutigen Tvgg-Geländes der neue Sportplatz.

Hier spielte die Olympia bis 1925, denn damals erfolgte der Umzug an die „Hügeltränke“, dem Sportgelände, wo der Verein auch heute zu Hause ist und das er vom Land Hessen gepachtet hat. In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen startet die Olympia zu einem ungeahnten sportlichen Höhenflug und schaffte Anfang der 30er Jahre den Aufstieg in die Bezirksliga der regional bezogen höchsten deutschen Spielklasse. In ihr wetteiferten die Blau-Weißen mit Vereinen wie Wormatia Worms, Mainz 05 oder dem SV Darmstadt 98 um Tore und Punkte.

Als die Gauliga jedoch gegründet wurde, blieb die Olympia aussen vor. 1938 jedoch wurde der Aufstieg in diese Eliteliga knapp verfehlt. Vereine wie TSG 61 Ludwigshafen, TSG Saarbrücken und VfL Homburg/Saar konnten nicht entschíeden bezwungen werden, sodass schließlich die Ludwigshafener aufstiegen. Zu diesem Zeitpunkt schnürte ein junger Lorscher die Fußballstiefel für die Olympia, der später in den frühen Kriegsjahren dreimal für Deutschland spielte (Schweden, Bulgarien, Slowakei).Die Rede ist vom legendären Linksaußen Ludwig Gärtner.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Olympia im Südhessen-Fußball schnell wieder den ihr gebührenden Platz ein. 1955 war es endlich soweit. Die Mannschaft um den heutigen Ehrenspielführer Hans Fassoth stieg nach einem großartigen 4:0 am Darmstädter Böllenfalltor über Viktoria Urberach in die Landesliga Hessen auf. Immerhin bis 1960 hielt sich die Olympia in dieser Klasse. Auch in den Jahren danach war der Olympia-Fußball zumindest im Kreis Bergstraße ein Gütesiegel.

1965 folgte die Rückkehr in die II. Amateurliga und nach dem Abstieg 1972 schaffte der Verein zwei Jahre später immerhin die Rückkehr in die Bezirksliga Darmstadt (heutige Bezirksoberliga). Viele Olympianer schwärmen heute noch von der Zeit Anfang der achtziger Jahre. Sie war nicht nur durch sportliche Höhepunkte (Aufstieg in die Landesliga Süd) geprägt, sondern durch den Verein wehte ein frischer Wind. Gründung des Bautrupps Blau-Weiß, Auflage der ersten Stadionzeitung „Olympia-Kurier“ oder Umbau des Stadions und Errichten neuer Tribünen.

Das waren alles Punkte, die die Olympia nach vorne brachten. Trotz einer guten Jugendarbeit oder gerade deswegen konnte die sportliche Talfahrt Ende der achtziger Jahre, in denen der Verein freilich als Ausrichter der Nibelungenolympiade sich um den Breitensport in Lorsch verdient gemacht hatte, nicht aufgehalten werden. Vielleicht hätten die Verantwortlichen im ein oder anderen Fall dem Nachwuchs eine Chance geben sollen, anstatt auf externe Kräfte zu setzen.

Die Olympia musste 1998 gar in die A-Klasse absteigen. Doch auf den sprichwörtlichen Regen folgt Sonnenschein und 2002 gelang unserem Verein nach einem Relegationskrimi in Affolterbach immerhin die Rückkehr in die Bezriksliga Süd, der guten Stube des Bergstraßenfußballs.
2002 machten sich die Olympia-Leichtathleten unter dem Namen LC Olympia selbständig. Somit wurde die Olympia künftig wieder ein Einspartenverein. Unter www.scolympia.de ist der Verein dank des Engagements von Webmaster Sven Tristram nun auch im Internet vertreten.

Nach dem mit dem früheren Bundesligaprofi Peter Schwarz errungenen Aufstieg hatte die Zeit des Leidens ein ende und Endlich durfte die Olympia wieder in der Bezirksliga Süd an dem Start gehen, hatte Derbys, Derbys, nichts als Derbys.

Allerdings hatte die Olympia in der neuen sportlichen Umgebung einen schweren Stand. Zwar gab es Siege gegen Starkenburgia Heppenheim und beim VfR Bürstadt, doch zu Hause hätten Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel wie die KSG Mitlechtern (1:1) oder der VfL Birkenau (2:2) einfach bezwungen werden müssen. So stand der im Juni noch gefeierte Peter Schwarz immer mehr in der Kritik, wurde Ende Oktober durch Dieter Sahner, seither im Umfeld der AH aktiv, abgelöst.

Tristam wurde im Februar 2004 von der Mitgliederversammlung an die Spitze des Vereins gewählt. Somit war der so lang herbeigesehnte Generationswechsel vollzogen. Der Vorstand setzte sich aus jungen Kräften und erfahrenen Mitstreitern wie beispielsweise den Senioren Karl Löffelholz und Josef Emig zusammen.

Auf sportlichem Sektor leitete der neue Trainer Murat Cin recht bald einen Konsolidierungskurs. Gerade der Heimsieg Ende März gegen die Spitzenmannschaft vom FC Fürth bedeuteten drei wichtige Zähler im Kampf um den Ligaverbleib. Äußerst wertvoll war auch der 2:1-Erfolg am 25. April beim FC Starkenburgia Heppenheim, sodass der Klassenerhalt bereits vorzeitig gesichert wurde.

Einen heftigen Brandschaden richtete Anfang September 2004 Schlimmes an. Der Schwarzbau, der 1983 zunächst ohne Baugenehmigung errichtet wurde, brande bis auf seine Grundmauern ab. Wenigstens hatte das Niederbrennen des Gebäudes, in dessen Zusammenhang Brandstiftung vermutet wurde, den Vorteil, dass durch die Brandversicherung ein warmer Geldregen in der Vereinskasse zu verzeichnen war. Diesen hatte der Verein auch bitter nötig. „Wir sind kurz an der Insolvenz vorbeigeschrammt“, musste Vorsitzender Tristram an der Jahreshauptversammlung unumwunden zugeben.

Dank einer Serie von Spielen ohne Niederlage hatte die Olympia im Frühjahr 2005 die Chance auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Am Pfingstsamstag 2005, als die Heppenheimer Starkenburgia mit 5:2 in Lorsch gewann, wurde aber deutlich, dass dies letztlich nur ein kühner Traum war.

Ein Jahr später musste der SCO, der nach Murat Cin, von Wolfgang Volk und später von Alexander Volk trainiert wurde, jedoch in den sauren Apfel des Abstiegs beißen. Im Herzschlagfinale gegen den SV Fürth reichte es für die Lorscher zwar zu einem 3:1-Erfolg in einem nur phasenweise guten Spiel, doch da die Tvgg Lorsch am letzten Spieltag beim FC Fürth mit 3:4 verlor, stiegen sowohl die Olympia wie auch der SV Fürth in die Kreisliga A ab.

Das erste Jahr nach dem Abstieg ging es in der Kreisliga A nicht unbedingt voran. Schnell zeichnete sich ab, dass die Blau-Weißen mit dem Aufstieg nichts zu tun haben würden.

Mit einem Paukenschlag begann das Jubiläumsjahr 2007. Neben dem eigenen Hallenturnier am 13. und 14. Januar in der Werner-von-Siemenshalle veranstaltete der Verein eine Woche später zum ersten Mal das Hallenmasters des Bergsträßer Anzeigers in der Bensheimer Weststadthalle. Während sich die Olympianer beim ersten Turnier im Endspiel noch gegen die Tvgg durchsetzte, trafen beim Masters beide Teams erneut im Finalen Spiel aufeinander, in dem sich die Turner in der Verlängerung den Sieg sicherten.

Auch die Feierlichkeiten im Juni 2007 waren ganz nach dem Geschmack aller Olympianer. Professor Dr. Leonhard machte seine Sache als Festredner beim Festkommers am 9. Juni 2007 ausgezeichnet.

Auch der Ehrungsabend mit ökumenischem Gottesdienst und die „Player´s Night“, die gerade die jüngere Generation ansprach waren echte Höhepunkte eines stimmungsvollen Jubiläumsjahres.

Was folgte war eine sportlich erfolgreiche Saison. Die Olympia musste zwar einige Rückschläge hinnehmen, doch am Ende setzte sie sich im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen die SG Mitlechtern/Lörzenbach durch. Als Zweiter in der Kreisliga A gelang unter Spielertrainer Alexander Volk die Rückkehr in die Bezirksliga Süd, die fortan Kreisoberliga hieß.

Allen Unkenrufen zum Trotz behauptete sich der SCO in der neuen sportlichen Umgebung. Dies lag auch am neuen Trainer Uwe Ulpins, der aus einem vermeintlichen Abstiegskandidaten eine Mannschaft formte, die bis zum Schluss der Saison 2008/09 um die Aufstiegsplätze mitspielte, am Ende stolzer Dritter wurde.

Ein wichtiges Thema für den Verein im Jahr 2008 war sicherlich auch der Kauf des „Olympiageländes“ durch die Stadt Lorsch. Hierfür zeichnete Bürgermeister Klaus Jäger verantwortlich, der dem Verein bei seinem langjährigen Wunsch tatkräftig unterstützte, Seit 1925 ist der SC Olympia auf seinem Waldsportplatz im Westen Lorsch beheimatet. Dies war für den Verein in der Vergangenheit deswegen nicht gerade vorteilhaft, weil er an den Forstfiskus Jahr für Jahr eine stattliche Pacht abführen musste.

Ein wichtiger Meilenstein war zweifelsohne auch die Renovierung des Olympia-Clubhauses. Dieses präsentierte sich dank vieler Arbeitsstunden fleißiger Vereinsmitglieder, allen voran Walter Hartmann, nun im neuen Gewand.